NaturLese Tipps Winter

Den großen Geheimnissen der Natur auf die Spur gehen und ihr dadurch wieder näher kommen – darum geht es beim NaturLesen - allerdings nicht nur im Sommer!
Alles ist Rhythmus - auch im Winter können wir die Natur in ihrer Vielfältigkeit  wahrnehmen und spüren. Die Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter geben uns bereits eine gewisse Regelmäßigkeit vor. Auch Tag und Nacht oder der eigene Herzschlag haben ihren ganz speziellen Rhythmus.
Ganz besonders im Winter folgen Flora & Fauna ihren eigenen Naturgesetzen und halten Winterschlaf bzw. Winterruhe! Auch für uns Menschen ist die Winterzeit eine besondere Zeit zum Innehalten und Wärme speichern.

Bienenwärme

In einem Bienenvolk leben mehrere tausend Bienen perfekt organisiert – sie streben alle nach dem gleichen Ziel: Überleben, auch im Winter. Sie halten aber keinen Winterschlaf, wie es immer wieder gesagt wird. Wenn der Frost einsetzt ziehen sich die Bienen in die Wintertraube (Winterkugel) zusammen. Mitten in der Wintertraube sitzt die Königin. Sie hat jetzt nichts zu tun, das Brutgeschäft ruht im Winter. Die Bienen in der äußersten Schicht der Traube entwickeln durch Vibrieren ihrer Muskulatur Wärme. Für die Herstellung der Wärme wird das Futter, das die Bienen im Sommer und Herbst in den Futterwaben abgelagert haben, verwendet. Auf diese Weise existiert im Innern der Traube stets eine Temperatur von mindestens 25°C. Somit arbeitet jede einzelne Biene für die Gemeinschaft und gibt sich ihr hin. In einer globalen Welt als Gesamtheit gilt es auch für uns Menschen darüber nachzudenken, was jeder von uns für die Gemeinschaft einbringt.

Vom Leben und Sterben

Das Leben und Sterben in der Natur sind untrennbar miteinander verbunden. Nehmen wir als Beispiel einen Apfelbaum her. Im Sommer spendet er mit seinen frischen, grünen Blätter Schatten, im Herbst gibt er uns seine köstlichen Früchte, ehe er sich von den Blättern befreit und im Winter komplett zurückzieht und seine Kräfte speichert. Alles Keimende und Fruchtende entzieht sich dann den Blicken. Bis er im Frühjahr wieder voller neuer Kraft auszutreiben und zu wachsen beginnt. Somit ändert er mehrmals im Laufe des Jahresrhythmus seine Gestalt. Für den Geist sind Geburt und Tod nur Verwandlungen. Nichts vergeht, aber alles verwandelt sich.

Das Geheimnis der Schneekristalle

Gibt es etwas Schöneres im Winter, als einen winterlichen Spaziergang mitten durch die schneebedeckte Landschaft? Die reflektierten Sonnenstrahlen lassen ein Lichtermeer an Farben erstrahlen. Betrachtet man die einzelnen Schneekristalle genauer, erkennt man die komplexe Schönheit jedes einzelnen. Keiner ist gleich dem anderen, obwohl sie sich alle ähneln. Die Schneeflocke lebt und vor allem: Schnee altert! Die feuchte Luft der Atmosphäre gebiert ihn als filigranen Kristall, feine Nadel oder zierliches Plättchen, dann verhaken sich die Gebilde auf dem Weg zur Erde mit ihresgleichen und werden sichtbare, knuffige Flocken.
Selbst wenn keine Wärme da ist, kein neuer Schnee …,  selbst dann verändert sich der Schnee. Als würde er atmen …, sich heben, senken und zersetzen.