Blume | © Archiv Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen

Lesen im "Buch der Natur"

NaturLesen bedeutet von der Natur zu lernen und ihre erstaunlichen Funktionsweisen zu nutzen, ohne sie auszubeuten. Wussten Sie zum Beispiel, dass Klettverschluss, Fallschirm oder Sportkleidung ihr Vorbild in der Natur haben? Wenn nicht, dann wird es Zeit für einen Crash-Kurs im NaturLesen.


Vor rund 2500 Jahren tauchte ein faszinierender Begriff im Abendland auf: „Das Buch der Natur“. Unzählige Theologen, Philosophen, Künstler und Wissenschaftler haben ihn seither benutzt, um die Menschheit v.a. auf die geistige Dimension der Natur aufmerksam zu machen und sie zu ermuntern, in der Natur wie in einem Buch zu lesen. Immer wieder haben sie darauf hingewiesen, dass es keine Selbsterkenntnis ohne Natur- und Welterkenntnis gibt. Die Menschen wussten in der Natur wie in einem Buch zu lesen - sie beobachteten, forschten und machten sich die Natur zum Vorbild.

„Die ganze Natur besteht aus einzelnen Buchstaben und zusammen bilden diese das Wort „Mensch“. Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim; genannt Paracelsus, schweizerischer Arzt, Alchemist, Astrologe, Mystiker, Laientheologe und Philosoph (1493 – 1541)

Da wir das Lesen in der Natur heute nirgends mehr lernen, verfolgt der Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen seit Jahren ein außergewöhnliches Ziel: In unserer Region sollen die Menschen des 21. Jahrhunderts wieder lernen im  „großen Buch der Natur“ zu lesen. Die Motivationen in der Natur zu lesen sind unterschiedlicher Art: um zu überleben, zu heilen, aus beruflichen Gründen oder vielleicht auch um sich Inspirationen für sein eigenens Leben zu holen.