Das Schneehuhn

Das ausgesprochen kälteliebende Schneehuhn aus der Familie der Raufußhühner bewohnt weit verbreitete Art die Tundragebiete Eurasiens und Nordamerikas. Als Inselvorkommen bewohnt eine der 18 Unterarten, nämlich Lagopus muta helvetica unsere Alpen. Der Lebensraum des etwas über rebuhngroßen Alpenschneehuhns (Größe ca. 36 cm, Gewicht ca. 600 g) beginnt oberhalb der Baumgrenze und geht im Sommer bis 3500 Höhenmeter.

Der bevorzugte Lebensraum sind offenes Gelände, Geröll- und Blockhalden, schattige Schneegräben, sowie lebhaftes Kleinrelief (Runsen, Grate, Kuppen, Mulden). Die Nahrung der Schneehühner besteht aus Endtrieben, Knospe, Blätter, Blüten, Gräser, Samen und Beeren von Krüppelsträuchern, Zwergweiden, Heidekraut, Preiselbeeren etc.

Alpenschneehühner leben fast ausschließlich monogam, das Männchen sucht das Brutrevier aus. Die Balz findet am Abend und in der Nacht statt. Das Balzritual besteht aus einzelnen Balzflügen, Balzposen und der Hahn wirbt mit einer Serie abgerissener Trillertöne. Das Nest ist eine kaum ausgepolsterte Mulde zwischen Steinen oder Sträuchern, in welches 3 bis 11 Eier gelegt werden. Die Brutzeit beträgt 23 – 24 Tage. Die Küken sind Nestflüchter und gehen gleich nach dem Schlüpfen mit der Henne auf Futtersuche. Bei Begegnungen mit möglichen Feinden (z.B. Fuchs, Mensch) stößt die Henne Warnrufe aus, die Jungen suchen Verstecke auf, die Henne aber flattert oder humpelt davon, dem Feind leichte Beute vortäuschend.

Schneehuhn DSCN6923 (29)

Im Sommer bevorzugen Schneehühner weitgehend kühle, feuchte und zum Teil schneereiche Blockfelder, sonnige Südhänge meiden sie. Im Winter findet man die Alpenschneehühner in steilen Runsen und an vom Wind frei gefegten Rippen und Graten. Steile, rasch ausapernde Südhänge werden zu dieser Jahreszeit bevorzugt. Sie ruhen in Schneekammern, 25 bis 30 cm Unter der Oberfläche, wenn sich zwischen Sträuchern lockere Schneedecken bilden. Für das Herstellen der Höhle und das Eingraben benötigen sie nur 15 Sekunden!

Alpenschneehühner mausern dreimal jährlich und passen sich in der Farbe jeweils optimal an die Umgebung an. Im Winter sind sie bis auf eine schwarze Stoßbinde weiß. Der Hahn hat schwarze Augenstreifen und über dem Auge einen roten Hautwulst, die sogenannten „Rosen“. Das Sommer- und Herbstfederkleid passt sich durch die grau bis beige Sprenkelung an die steinige Umgebung an. Die Handschwingen bleiben ganzjährig weiß!

Fortlaufendes Monitoring zeigt, dass die Bestände in den Alpen rückläufig sind. Dafür ist vor allem die steigende Durchschnittstemperatur durch den Klimawandel verantwortlich. Der Lebensraum wird durch die ansteigende Waldgrenze kleiner, ein Hinaufrücken ist nur teilweise möglich, in höheren Lagen fehlt die Nahrungsgrundlage zur Aufzucht der Küken oder die Berge sind einfach nicht höher. Später Schnee macht Probleme da die Hühner im Oktober auf weiß umfärben und damit gut sichtbar für ihre Fressfeinde Fuchs und Adler sind. Zunehmende Sportaktivitäten zu allen Jahreszeiten und auch zu allen Tageszeiten können die Schneehühner empfindlich stören und in ungeeignete Lebensräume verdrängen.

Author: Armin und Uschi Deutz

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