Das Kohltratten-Moor

Der Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen zeichnet sich ganz besonders durch seinen Moor-Reichtum aus. Im Zuge des Naturpark Projektes „Biotopverbund“ werden Biotope wie Moore und andere Feuchtgebiete ermittelt und gepflegt. Gut bekannt sind unsere Natura2000 Gebiete, das Hörfeldmoor in Mühlen und das Dürnberger Moor in St. Blasen. Für die meisten völlig unbekannt ist jedoch das Kohltratten-Moor in Neumarkt, das tief versteckt im Wald gelegen ist.

Das Kohltratten-Moor befindet sich südlich vom Schloss Lind bei St. Marein. Folgt man der Via Natura in Richtung Wildbad Einöd gelangt man nach etwa 2 Kilometer Fußmarsch zum Moor. Es wird sehr leicht übersehen, denn es liegt mitten im Wald. Das Moor selbst ist dicht mit Fichten bewachsen, und einige umgefallene Bäume geben dem Moor ein mystisches Aussehen.

Die Universität Graz und BIOSA (Biosphäre Austria, Verein für dynamischen Naturschutz) haben 2007 eine genaue Untersuchung des Moores veranlasst. Es wurden mehrere Bohrkerne zur Untersuchung der Geschichte des Moores entnommen und analysiert. So konnte festgestellt werden, dass das Kohltratten-Moor schon vor rund 15.000 Jahren entstanden ist. Zunächst entwickelte sich gegen Ende der letzten Eiszeit ein kleiner See, dort wo heute das Moor liegt. Die Landschaft um den See war baumlos aufgrund des kalten Eiszeit-Klimas. Weite Teile des Neumarkter Hochtals waren vom Eis des Mur-Gletschers bedeckt.

Vor circa 10.000 Jahren ging die Eiszeit zu Ende, es wurde wieder wärmer, und der Mur-Gletscher schmolz vollständig ab. Mit den wärmeren Temperaturen begann ein Wald um den See zu wachsen. Auch die Wasserpflanzen im See wuchsen stark und der See wuchs förmlich zu – er verlandete und zurück blieb ein Moor.

Um das Moor hatte sich ein dichter Wald aus Fichten, Tanne und Buchen gebildet. Mit den Pollen aus den Bohrkernen konnten die Forscher ablesen, dass dieser Wald jedoch ab der Römerzeit stark abgeholzt wurde. Das Gebiet war ein wichtiges Bergbaurevier für Norisches Eisen, und der Bergbau forderte eine Unmenge an Holz. Die Wald-Rodungen hielten bis ins frühe Mittelalter an. Erst danach erholte sich der Wald wieder, und um das Moor wuchsen Fichten und Lärchen – so wie man es heute vorfindet.

Literatur: Drescher-Schneider, R. (2008). Das Kohltratten-Moor im Süden von Schloss Lind. Neue pollen- und großrestanalytische Ergebnisse zur spät- und postglazialen Vegetations- und Klimaentwicklung im Gebiet Neumarkt (Steiermark, Österreich). Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Vereins Steiermark, 137, 63-84.

Abbildung: Das Kohltratten-Moor ist leicht zu übersehen, da es mitten im Wald gelegen ist.

Author: Dr. Thorsten Jakobitsch

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